DIY Autodarts: Wie ein IT-Admin zum Dart kommt
Ein Kollege hat kürzlich den Dart-Sport für sich entdeckt und wollte direkt vereinsmäßig einsteigen. Als er mir dann aber die absurden Preise für fertige Tracking-Systeme wie Scolia oder vorkonfigurierte Autodarts-Setups zeigte, schlug mein Bastler-Herz Alarm. Das geht doch günstiger! Als absoluter "Dart-Laie", aber leidenschaftlicher Schrauber, habe ich ihm kurzerhand eine DIY-Materialliste zusammengestellt
Das Setup: Ein Lenovo ThinkCentre M710q als Gehirn, ein Winmau Blade 6 Board, der Target Corona Leuchtring und ein paar Kameras. Dazu noch ein paar 3D-gedruckte Halterungen aus der Community und die unangefochtene Allzweckwaffe jeder seriösen IT-Infrastruktur: Kabelbinder. Er hat die Liste abgenickt (erstmal ohne Touchscreen) und ich habe ihm die Hardware zusammengezimmert. Der Kollege ist überglücklich. Das Board steht bei ihm im Keller, hat mittlerweile über 10.000 Pfeile gesehen und läuft mit einer beeindruckenden Präzision von 99,0 %.
Also dachte ich mir: Das baue ich mir auch! Gleiches Setup, aber natürlich als Upgrade direkt mit Touchscreen. Und genau hier begann das klassische IT-Drama.
Autodarts trackt die Pfeile über Pixelveränderungen im Kamerabild. Wie ich über den Community-Discord schmerzhaft herausfinden musste, haben wir zielsicher die "falschen" Kameras verbaut. Die OV9732 von Decxin haben einen deutlich schlechteren Sensor als die eigentlich empfohlenen HBV2710. Das führt bei mir zu wunderbaren False Positives: Der Pfeil steckt sauber in der 20, aber das System trackt völlig überzeugt eine 5, eine 1 oder schießt den Pfeil gedanklich direkt ins "Aus". Das Absurde daran? Bei dem Board meines Kollegen im Keller fallen diese schlechten Sensoren kaum ins Gewicht. Bei meinem Setup tickt der Algorithmus scheinbar viel schneller aus.
Aber Hardware-Bugs kann man zum Glück mit Software aufwerten. Über das Browser-Addon "Tools für Autodarts" lässt sich das System wunderbar personalisieren. Statt langweiliger Standard-Caller-Stimmen feuert das System bei uns jetzt Custom Sounds ab – sprich: ein reines Meme-Gewitter. Und da ein lokales Projekt erst dann wirklich fertig ist, wenn es eine eigene URL hat, liegen die Soundfiles natürlich nicht irgendwo, sondern sauber gehostet auf meinem eigenen Server unter https://mirror.mrunk.de/autodarts/.
Am Ende ist es wie bei jedem guten IT-Projekt: Es funktioniert (meistens), es gibt Hardware-Macken, die man mit Software umschifft, und Fehler sind einfach nur Debug-Hinweise des Universums. Game on!



